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Der Lehrerberuf gehört zu den anspruchsvollsten und wichtigsten Tätigkeiten in unserer Gesellschaft. Diese Tätigkeit kann nur dann optimal und erfolgreich ausgeübt werden, wenn die Lehrer gut ausgebildet und hoch motiviert sind und angemessene Rahmenbedingungen vorfinden. Dazu gehört wesentlich auch die öffentliche Anerkennung und Wertschätzung des Lehrerberufs.
Es existiert schon heute eine große Variationsbreite des Unterrichts. Sehr viele Lehrerinnen und Lehrer unterrichten engagiert und ideenreich. Zu selten werden jedoch gelebte, innovative Unterrichtskonzepte über die Schulmauern hinaus bekannt, zu selten wirkt solcher Unterricht in die Breite.
Die langfristigen Wirkungsziele der Auszeichnung „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ sind die Verbesserung der Wahrnehmung und des Images des Lehrerberufs in der Öffentlichkeit sowie das Initiieren wirkungsvoller Anstöße zur Verbesserung des Unterrichts an Schulen.
Hintergrund zum Wettbewerb
Der Wettbewerb geht aus zwei in der Vergangenheit bereits realisierten Wettbewerbskonzepten hervor: dem von 2003 bis 2008 durchgeführten Lehrerwettbewerb „Unterricht innovativ“, der gemeinsam vom Deutschen Philologenverband (DPhV), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Stiftung Industrieforschung ausgeschrieben wurde, sowie dem Projekt „Pisagoras – Deutscher Lehrerpreis“, das auf Initiative von Prof. Susanne Porsche im Jahre 2007 realisiert wurde.
In den Jahren 2009 und 2010 ermöglichte die Vodafone Stiftung Deutschland als alleiniger finanzieller Träger in Kooperation mit dem Deutschen Philologenverband den „Deutschen Lehrerpreis – Unterricht innovativ“. Das neu entwickelte Konzept des „Deutschen Lehrerpreises“ verbindet zwei Kategorien: ein Schüler-Votum einerseits sowie die Bewertung innovativer Unterrichtskonzepte durch Gutachter andererseits.
Die diesjährige Preisverleihung in der Axica in Berlin findet in Anwesenheit der Bundeskanzlerin statt. Insgesamt 16 Lehrerinnen und Lehrer sowie sechs Pädagogen-Teams werden für ihr herausragendes pädagogisches Engagement ausgezeichnet.
In der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“, der ersten von zwei Wettbewerbs-Kategorien, haben Schülerinnen und Schüler der diesjährigen Abschlussklassen besonders engagierte Lehrkräfte nominiert. Jeweils vier Auszeichnungen werden in diesem Jahr nach Bayern und Nordrhein-Westfalen vergeben, jeweils dreimal konnte die Jury Lehrerinnen und Lehrer aus Baden-Württemberg und Hessen auszeichnen. Zwei Trophäen gehen in diesem Jahr nach Schleswig-Holstein und jeweils eine nach Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen.
In der zweiten Kategorie des Wettbewerbs, „Innovative Unterrichtskonzepte“, haben auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Lehrer-Teams aus ganz Deutschland innovative, fächerübergreifende Unterrichtsprojekte eingereicht. Aus der Vielzahl interessanter Einreichungen hat die Jury in diesem Jahr neben drei Haupt- auch drei Sonderpreise vergeben.
Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis erhält ein vierköpfiges Pädagogen-Team der Philipp-Reis-Hauptschule aus dem hessischen Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis). Im Rahmen ihres Projektes „Interkulturelle Berufsorientierung“ kooperierten die Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit weiteren, auch außerschulischen Projektpartnern im Sinne einer vertieften Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus den Klassenstufen 8 bis 10. Zentrales Element war dabei die umfassende Einbeziehung der Eltern in das Projekt sowie die Integration der Familien in das schulische und berufliche Leben in Gelnhausen.
Der mit 3.000 Euro dotierte zweite Preis geht in diesem Jahr an das Kollegium des Gymnasiums Reutershagen in Rostock. Im Rahmen des Projektes „Gelebte Bildung in Nachhaltiger Entwicklung“ werden Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 7 bis 10 in vier Modulen praxisrelevante Lerninhalte vermittelt, die zum Lernen anregen und Möglichkeiten des aktiven Mitwirkens im heimatlichen Umfeld der Kinder und Jugendlichen bieten sollen. Ziel des Projektes ist die Ausprägung von Gestaltungskompetenz bei den Schülerinnen und Schülern.
Ganz im Zeichen beruflicher Praxis steht das Projekt „Technik macht Schule“ des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums Bochum, welches den mit 2.000 Euro dotierten dritten Preis erhält. Ein Team aus insgesamt 13 Lehrerinnen und Lehrern hat einen regionalen Verbund aus acht beteiligten Schulen an drei verschiedenen Standorten ins Leben gerufen, in dem mehr als 700 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe realitätsnahen Technikunterricht vermittelt bekommen. Gemeinsam mit beteiligten Unternehmen und Hochschulen soll so das Interesse für technische Berufe geweckt und vorhandene Talente gefördert werden.
Zusätzlich dazu zeichnet die Jury drei weitere vielversprechende Projekte mit Sonderpreisen aus – jeweils dotiert mit 1.000 Euro. Diese gehen an die Eugen-Kaiser-Berufsschule im hessischen Hanau (Projekt „Backhausprojekt“), an das Fürther Heinrich-Schliemann-Gymnasium (Projekt „Todesfuge Klassenübergreifend“) sowie an die Anne-Frank-Hauptschule im niedersächsischen Molbergen (Projekt „Molberger Meilen“).
Über die Gewinner entscheidet eine hochrangig besetzte Wettbewerbs-Jury. Neben Vertretern der Initiatoren gehören dieser unter anderem an: Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissen¬schaft, Jugend und Kultur in Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Roland Wöller, Sächsischer Staatsminister für Kultus, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, ehemaliger Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Berlin, Prof. Dr. Manfred Prenzel, Lehrstuhl für Empirische Bildungsforschung und Gründungsdekan der TUM School of Education, TU München, sowie Prof. Dr. Jürgen Baumert, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin und Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft.
Die Bewerbung für die Wettbewerbsrunde 2012 ist ab sofort wieder im Internet möglich auf www.lehrerpreis.de.
16.01.2012
URL: http://www.vodafone-stiftung.de/content/programme/deutscher_lehrerpreis/factsheet/index.html
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