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Die gemeinschaftliche interkulturelle Aktion auf lokaler Ebene

Seminar zur spanischen Integrationspolitik am 31. Mai 2010 in Berlin

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Botschaftsseminare“ wird mit verschiedenen Botschaften in Deutschland das Thema Integration und soziale Mobilität von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte diskutiert. Fachkundige Experten erläutern die nationale Integrationspolitik und tauschen sich mit deutschen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, dem Stiftungsbereich und den Medien über Erfolgsstrategien und Politikansätze im Themenfeld Integration aus. Eingebettet in diese Seminarreihe fand am 31. Mai 2010 in der Spanischen Botschaft in Berlin unter dem Titel „Die gemeinschaftliche interkulturelle Aktion auf lokaler Ebene“  eine weitere Veranstaltung statt. In  Anwesenheit seiner Exzellenz dem spanischen Botschafter Rafael Dezcallar de Mazarredo stellten die eingeladenen spanischen Experten interessante Ansätze der spanischen Integrationspolitik vor.

Frau Estrellla Rodríguez Pardo, Leiterin der Abteilung Integration von Einwanderern im spanischen Ministerium für Arbeit und Immigration, stellte den „Strategieplan für ein bürgerliches Miteinander und Integration 2007-2010“ vor, welcher, unter Einbeziehung aller öffentlichen Verwaltungen, Einwandererverbände, Gewerkschaften und Unternehmern, den Integrationsprozess insbesondere im kommunalen Umfeld vorantreiben und sich an die gesamte Bürgerschaft richten soll. Mit zahlreichen Initiativen werden Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie andere lokale Einrichtungen bei ihren Integrationsprojekten von Seiten der spanischen Regierung unterstützt. Die kommunalen Verwaltungseinrichtungen vor Ort sind den Menschen am nächsten und können dadurch im direkten Umgang mit der sozialen Diversität den Erfolg der Ziele im Bereich Integration und Zusammenleben stärker beeinflussen. Die Ergebnisse dieses Ansatzes sind sehr positiv: Zahlreiche Stadtverwaltungen haben unabhängig von ihrer Größe, ihrer geographischen Lage oder politischen Einfärbung Maßnahmen durchgeführt, die sich auf das zur Verfügung stellen von Dienstleistungen für die Neuankömmlinge in ihrem Gebiet richten.

Im Anschluss daran stellte der Geschäftsführer der spanischen Stiftung CEPAIM, Herr Juan Antonio Segura de Lucas, die Sichtweise des Non-Profit-Sektors in Spanien dar. Er versteht Integration als einen bidirektionalen Prozess in zwei Richtungen, in dem es um eine gegenseitige Anpassung der neu ankommenden und der bereits ansässigen Bevölkerung geht. Eine so verstandene Integration wird zum Fundament für den Aufbau von Zusammenleben und sozialem Zusammenhalt, ausgehend von den Grundsätzen der Interkulturalität, Normalisierung und des bürgerlichen Miteinanders. Er betonte, dass Integrationspolitik darauf aufbauen muss, dass der Einwanderer ein Bürger ist, und nicht eine bloße Arbeitskraft, die in Zeiten der Expansion unserer Wirtschaft angefordert und in Zeiten der Krise abgewiesen wird.

Die sich an die Vorträge anschließende Diskussion griff verschiedene Aspekte der spanischen Integrationspolitik auf und suchte den Vergleich mit den Ansätzen deutscher Integrationsarbeit. Die rege Beteiligung der Gäste und die kompetenten Beiträge zeigten auf, dass das Diskussionspotential des Themas Integration noch lange nicht erschöpft ist und es überaus lohnenswert sein kann, über die Landesgrenzen hinaus nach Beispielen gelungener Integrationspolitik Ausschau zu halten und sich darüber auszutauschen.

Im Herbst diesen Jahres wird das erfolgreiche Veranstaltungskonzept mit Seminaren an den Botschaften von Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika fortgesetzt.

Teilnehmerliste

21.06.2010

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