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Im Rahmen einer Transatlantischen Konferenz der Vodafone Stiftung und den Partnern der Heinrich Böll Stiftung und German Marshall Fund of the United States wurden die die Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs diskutiert.
MerkenBerlin, 27. Oktober 2010. Gesellschaftliche Teilhabe und Integration finden in Demokratien auf der ganzen Welt unter anderem durch Prozesse sozialer Aufstiege statt. Stark beeinflusst die große Erzählung vom Tellerwäscher, der zum Millionär emporsteigt, die amerikanische Kultur. Gerade für Einwanderer bietet der „American Dream“ dem häufig harten und bescheidenen Leben der ersten Generationen eine Perspektive: die des sozialen Aufstiegs der nachkommenden Generationen durch Bildung und Arbeit. Wenn auch Einwanderer immer noch unterdurchschnittlich verdienen, bedeutet die Integration in den amerikanischen Arbeitsmarkt eine deutliche Verbesserung ihrer Situation. Insbesondere für hochqualifizierte Einwanderer ist die Hoffnung auf den sozialen Aufstieg ihrer Kinder durch Bildung treibende Motivation, in die USA einzuwandern.
Gegenwärtig erfährt das Leitbild des American Dream auf beiden Seiten des Atlantiks Konjunktur. In den USA hat Präsident Obama die Wiederbelebung des amerikanischen Traums ins Zentrum seiner Politik gestellt. Vor allem Einwanderern und ihren Kindern sollen wieder Aufstiegsoptionen eröffnet werden.
Dr. Isabel Sawhill (Brookings Institution in Washington) konstatierte, dass der American Dream auch in den USA längst keine Realität mehr.
MerkenIn Großbritannien hat der ernüchternde Bericht einer Kommission über gesellschaftliche Mobilitätsbarrieren für großes Aufsehen gesorgt, sieht sie doch grundlegende Fairnessregeln der britischen Gesellschaft in Frage gestellt, so dass sich die britische Regierung postwendend zur Vorlage eines Weißbuchs zur Schaffung neuer Aufstiegschancen veranlasst sah. In Frankreich möchte Nicolas Sarkozy die Grandes Écoles, also die Elitehochschulen des Landes, zwingen, sich stärker für Studierende aus unteren sozialen Schichten zu öffnen und so eine reales und besonders symbolmächtiges Hindernis für eine durchlässigere Gesellschaft überwinden.
In Deutschland schließlich weiß man spätestens seit PISA, wie stark der Bildungserfolg und damit die Aufstiegschancen von der sozialen Herkunft abhängen. An die Stelle des großen Versprechens der deutschen Nachkriegsgesellschaft, durch soziale Aufstiegschancen für alle die Klassengesellschaft zu überwinden, ist die Angst der Mittelschichten vor dem Abstieg und die Enttäuschung vieler am sozialen Rand getreten, die für sich keine Aufstiegschancen mehr sehen.
Dr. Reinhard Pollak stellte seine Studie "Kaum Bewegung, viel Ungleichheit" zur Entwicklung sozialer Mobilität in Deutschland vor.
MerkenDr. Mark Speich, Geschäftsführer Vodafone Stiftung Deutschland: „Es ist unübersehbar, dass der soziale Fahrstuhl in Deutschland nicht gut funktioniert. Für eine Einwanderungsgesellschaft ist das fatal. Denn Integration kann nur gelingen, wenn sie mit der Chance zum sozialen Aufstieg verbunden ist. Um allen Talenten in unserem Land eine reelle Aufstiegsperspektive zu bieten, muss das Bildungssystem von der frühkindlichen Bildung bis zur Hochschulausbildung sowie die Aufstiegschancen von Migrantinnen und Migranten auf den Prüfstand. Der demografische Wandel der nächsten Jahrzehnte erzeugt Bedarf an Fachkräften aller Art in großem Maßstab. Damit bieten sich auch neue Aufstiegschancen für Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Milieus. Ob sie genutzt werden, wird sowohl individuell wie gesellschaftliche eine zentrale Frage.
Dabei geht nicht nur um Rahmenbedingungen, sondern auch um den Aufstiegswillen und die Aufstiegsbereitschaft des Einzelnen – und das nicht nur bei Zuwanderern.“
In transatlantischer Perspektive fragt die Veranstaltung nach der erlebten Chancengerechtigkeit, die in sozial, kulturell und ethnisch vielfältigen Gesellschaften eine überragende Rolle für den sozialen Zusammenhalt und die gesellschaftliche Dynamik spielt.
Eine Kooperation der Vodafone Stiftung Deutschland, der Heinrich-Böll-Stiftung und des German Marshall Fund of the United States.
Mehr Informationen zu den Themen "American Dream" und Sozialer Aufstieg finden Sie auf der Seite der Heinrich Böll Stiftung.
MerkenPM_Europa und der American Dream.pdf - (69,88 kb)25.05.2011
URL: http://www.vodafone-stiftung.de/content/thinktank/diskurs/archiv/europa_und_der_american_dream/index.html
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