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27.01.2012 | buddY-Programm

Seminarexkursion angehender Lehrer

BuddY-Schüler diskutieren mit Lehramtsstudierenden über Schülerpartizipation und Lehrerrolle

An der Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt partizipieren die Schüler mit buddY Projekten am Schulleben. Heute stellten sich die BuddYs den Lehramtsstudierenden der Goethe-Universität Frankfurt vor und präsentierten ihnen ihre Projekte. Der buddY E.V. macht sich für eine Reform der Lehrerausbildung stark und unterstützt, dass Lehrer als Lernbegleiter oder Lerncoach ausgebildet werden.

Frankfurt/Düsseldorf, 27. Januar 2012. Ein ganzes Bündel Fragen hatten die Studierenden der Uni Frankfurt im Gepäck, als sie von den Schülern der Carl von Weinberg Schule empfangen wurden: Was die Schüler unter Partizipation verstünden, welche Auswirkungen sie hätte und ob Schule ihnen dadurch mehr Spaß machen würde. An sechs Stationen präsentierten sich die Schüler mit ihren Projekten – sie setzen sich unter anderem als Mediatoren, Mentoren oder Streitschlichter für ihre Mitschüler ein. Gemeinsam mit ihren buddY-Lehrern stellten sie sich den vielen Fragen rund um Mitgestaltung von Unterricht und Schulalltag und diskutierten über die Rolle des Lehrers.

Die Streitschlichter aus der fünften Klasse berichteten über ihre Methoden und wie sie mit Schülern umgehen.Sabine Wandjo, Seminarleiterin und pädagogische Mitarbeiterin der Goethe-Universität Frankfurt, hatte die Idee zu dieser ungewöhnlichen Exkursion: „Nur wenn LehrerInnen die Haltung eines Coaches einnehmen, wenn sie SchülerInnen ernst nehmen und auf Augenhöhe agieren, ist Schülerpartizipation tatsächlich möglich. Das Interesse der Studierenden war es, heute hierher zu kommen und eine solche Lernkultur vor Ort zu erleben. Dahinter steckt für die Studierenden auch die Möglichkeit, das Rollenbild des Lehrers zu überdenken und weiter zu entwickeln.“ Über mehrere Seminarstunden hinweg hatten die Lehramtsanwärter am Beispiel des buddY-Programms diskutiert, wie wichtig soziale und kooperative Lernerfahrungen für den Bildungserfolg von Schülern sind.

Im buddY-Programm ist Bildung mehr als Wissenserwerb und Schule mehr als Unterricht: Das erfordert jedoch eine neue Lernkultur mit veränderten Aufgaben und Rollenbildern von Schülern und Lehrern. Schule ist demnach nicht nur der Ort, um Schülern Schreiben und Rechnen beizubringen – sondern eine Institution, die selbstbestimmtes Handeln fördert, um Lernen im Sinne von Kompetenzerwerb zu ermöglichen. Der buddY E.V. unterstützt die Öffnung der Lehreraus- und  weiterbildung: Er setzt sich dafür ein, dass die pädagogische Qualifizierung einen gleichen Stellenwert wie die fachliche bekommt.

Hintergrund

Das buddY-Programm – Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander lernen.
Das Ziel des buddY-Programms („buddy“ = englisch für Kumpel) ist es, dass Schule nicht nur reine Wissensvermittlung leistet, sondern eine zentrale Einrichtung für den Erwerb zukunftsrelevanter Handlungs-Kompetenzen ist, die Schüler für ihr Leben brauchen. Schüler übernehmen als BuddYs in Projekten und im Unterricht Verantwortung für sich und andere und werden dadurch in ihrer Persönlichkeit gestärkt. Das buddY-Programm ist derzeit offizielles Landesprogramm in sechs Bundesländern. Insgesamt beteiligen sich bundesweit 1.000 Schulen.

buddY E.V. – Forum Neue Lernkultur
Der buddY E.V. mit Sitz in Düsseldorf wurde 2005 gegründet. Seine Präsidentin ist Prof. Dr. Rita Süssmuth. Das Ziel des Vereins ist es, mit seinen beiden Programmen buddY und familY die Kompetenzen und Potenziale von Jugendlichen und Kindern zu fördern. Um dies zu erreichen, bedarf es einer veränderten Lernkultur in Schulen und Familien, die die Bedarfe der Kinder in den Mittelpunkt stellt. Im buddY-Programm für soziales Lernen agieren Schüler gleichberechtigt und bestimmen das Schulleben entscheidend mit. Das familY-Programm will Familien erstmals in ihrer Funktion als zentrale Bildungsinstitution stärken. (www.buddy-ev.de)

Vodafone Stiftung Deutschland
Die Vodafone Stiftung Deutschland ist Initiator und Hauptförderer des buddY-Programms und unterstützt die Umsetzung des Programms jährlich mit einer Summe von rund 1 Million Euro. Dabei fördert die Stiftung gemeinsam mit dem buddY E.V die Etablierung nachhaltiger Strukturen für das buddY-Programm. Darüber hinaus wirkt die Stiftung als bildungspolitischer Thinktank. Im Bereich Bildung, Integration und soziale Mobilität fördert und initiiert die Stiftung Programme mit dem Ziel, Impulse für den gesellschaftlichen Fortschritt zu geben, die Entwicklung einer aktiven Bürgergesellschaft anzustoßen und gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen. Dabei geht es der Stiftung vor allem darum, benachteiligten Kindern und Jugendlichen sozialen Aufstieg zu ermöglichen (www.vodafone-stiftung.de)

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