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Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen

18. Oktober 2016

Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen

Eine Befragung von mehr als 10.000 Mitarbeitern aus Betrieben unterschiedlicher Größen und Branchen in ganz Deutschland, durchgeführt von der Hochschule für angewandtes Management mit Unterstützung der Vodafone Stiftung und Prof. Dr. Michael Heister vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), zeigt, dass die meisten Beschäftigten sich nicht so effektiv weiterbilden können, wie sie es gerne möchten.

Großer Weiterbildungswille – zu wenig Weiterbildungsunterstützung: Die überwiegende Mehrheit der befragten Mitarbeiter ist sich bewusst, dass sie im Berufsleben Neues hinzulernen müssen, und fast 80 Prozent befürchten sogar negative Auswirkungen, wenn sie sich nicht fortbilden. Doch nur die Wenigsten fühlen sich dabei von ihrem Arbeitgeber ausreichend unterstützt: lediglich acht Prozent sehen die Lernkultur in ihrem Unternehmen als gut oder sehr gut an, und noch nicht einmal jeder Zehnte fühlt sich von seinem Vorgesetzten gut bis sehr gut beim Lernen unterstützt.

Drei Lern-Stile dominieren Lernverhalten von Erwachsenen: Laut Studie zeigen sich im Erwachsenenalter drei unterschiedliche Lern-Stile: Aktivisten, Beobachter und Nachdenker. Diese Lern-Stile sind keine feste Charaktereigenschaft und können sich im Laufe des Berufslebens ändern. Die Studie findet Unterschiede in den Lern-Stilen nach Alter, Geschlecht und Bildungsstand. Unternehmen können ihren Mitarbeitern vor allem den Einstieg ins Lernen erleichtern, wenn sie ihnen Fortbildungs- und Weiterqualifizierungsmaßnahmen<wbr /> entsprechend ihres bevorzugten Lern-Stils zur Verfügung stellen.

Digitale Kompetenzen variieren mit Alter: Fast drei Viertel aller Befragten (71 Prozent) empfinden Computer und neue Medien als eine wesentliche Bereicherung ihrer beruflichen Lern-Prozesse. Allerdings zeigen sich dabei je nach Altersgruppe unterschiedliche digitale Kompetenzen: vor allem die 21-35-Jährigen (47 Prozent) fühlen sich sehr sicher in der Nutzung von Computern und neuen Medien, bei den über 60-Jährigen sind es nur noch 25 Prozent. Die kritische Auseinandersetzung mit online-basierten Lern- und Informationsquellen steigt dagegen mit dem Alter deutlich an. Von den bis zu 21-Jährigen hinterfragt lediglich rund ein Drittel (34 Prozent) digitale Lern-Informationen während es bei den über 60-Jährigen mehr als die Hälfte (53 Prozent) sind.

Großer Weiterbildungswillen – zu wenig Lernkompetenzen: Die meisten der befragten Mitarbeiter erkennen auch ihre eigenen Lern-Schwächen: Nur gut ein Drittel (36%) der Mitarbeiter fragt überhaupt aktiv nach für sie geeigneten Weiterbildungsangeboten nach und die Wenigsten (18%) machen sich vorab einen Plan für den eigenen Lernprozess. Vor allem jüngeren Mitarbeitern fällt der Einstieg ins Lernen schwer und sie lassen sich leicht vom Lernen ablenken oder bei schwierigen Lerninhalten entmutigen. Insgesamt gibt nicht einmal ein Viertel der Befragten (23 Prozent) an, ein gutes Durchhaltevermögen beim Lernen zu haben. Und schließlich schätzen lediglich 27 Prozent von ihnen, dass sie das neu Gelernte erfolgreich in den Arbeitsalltag übersetzen können.


Über die Hochschule für angewandtes Management

Die Hochschule für angewandtes Management mit Standorten wie Erding, Berlin und Unna ist seit 2004 eine staatlich anerkannte und systemakkreditierte bayrische Hochschule mit einem breiten Portfolio an managementbezogenen Studiengängen wie z.B. Sportmanagement oder Wirtschaftspsychologie sowie branchenfokussierten Studienangebote wie z.B. Handelsmanagement. Das semivirtuelle Studienkonzept kombiniert die Vorteile eines Fernstudiums mit denen eines Präsenzstudiums.

Das CompetenceCenter for Innovation & Quality in Leadership & Learning (CILL) wurde 2013 ins Leben gerufen, um das Knowhow zu den beiden Schwerpunkten Führung und Lernen im betrieblichen Kontext aus unterschiedlichen Fakultäten zu bündeln. Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie, Praktiker und Wissenschaftler, Entwickler und Umsetzer – die Vielfalt an Fähigkeiten und Erfahrungen hilft, neue Impulse aufzugreifen, über den Tellerrand zu schauen und etablierte Pfade zu verlassen. Die enge Verflechtung zu Unternehmen und Verbänden gewährleistet, dass praxisrelevante Fragestellungen untersucht und die Ergebnisse schnell in die unternehmerische Realität transferiert werden können.

www.fham.de


Die Grafiken der Studie finden Sie hier.