23. September 2025

Jugendstudie zur Nutzung und Selbstregulation von sozialen Medien
Hälfte der Jugendlichen will soziale Medien weniger nutzen, schafft es aber nicht

  • Repräsentative Befragung der Vodafone Stiftung: große Mehrheit der Jugendlichen nutzt soziale Medien intensiv und verbindet mehr positive als negative Gefühle mit der Nutzung.
  • Gleichzeitig verbringen fast drei Viertel der Jugendlichen täglich mehr Zeit auf sozialen Medien, als ihnen selbst lieb ist.
  • Für rund ein Drittel der Jugendlichen geht die eigene Social Media–Nutzung mit erheblich belastenden Gefühlen einher.
  • Viele Jugendliche haben Strategien entwickelt, sich beim Lernen weniger von Social Media ablenken zu lassen, fast alle wünschen sich aber mehr Unterstützung von der Schule.
  • 60% der Befragten sprechen sich für ein Handyverbot im Unterricht oder Klassenzimmer aus.

Berlin/Düsseldorf, 23.09.2025. Soziale Medien sind aus dem Alltag junger Menschen in Deutschland nicht mehr wegzudenken: 69% Prozent der Jugendlichen nutzen soziale Medien über zwei Stunden täglich, über 27% geben an, mindestens 5 Stunden pro Tag auf TikTok, Instagram und Co. zu verbringen. Zugleich äußern 61%, dass sie zu viel Zeit auf diesen Plattformen verbringen und das Gefühl haben, andere Aufgaben zu vernachlässigen. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Zwischen Bildschirmzeit und Selbstregulation – soziale Medien im Alltag von Jugendlichen“ von infratest dimap im Auftrag der Vodafone Stiftung, für die mehr als 1.000 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren befragt wurden.

„Soziale Medien sind für junge Menschen heute fester Bestandteil des Alltags – mit all ihren Chancen und Herausforderungen“, so Matthias Graf von Kielmansegg, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung. „Die Jugendlichen wünschen sich zugleich Unterstützung im Umgang mit digitalen Medien. Der Auftrag an Bildung und Politik ist eindeutig: Jugendliche brauchen nicht nur Regeln, sondern Räume und kompetente Anleitung, um Kompetenzen und Resilienz im Social Media-Alltag zu entwickeln. Dafür muss Medienbildung zur Selbstverständlichkeit im Schulalltag werden.“

Der Auftrag an Bildung und Politik ist eindeutig: Jugendliche brauchen nicht nur Regeln, sondern Räume und kompetente Anleitung, um Kompetenzen und Resilienz im Social Media-Alltag zu entwickeln.

Matthias Graf von Kielmansegg
Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland

Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, sagt: „Die Studie zeigt deutlich: Jugendliche wünschen sich Unterstützung im Umgang mit sozialen Medien – nicht nur pauschale Verbote. Unser Auftrag ist klar: Wir müssen jungen Menschen die Fähigkeiten vermitteln, digitale Inhalte kritisch zu hinterfragen, eigene Grenzen zu setzen und selbstbewusst mit sozialen Netzwerken umzugehen. Medienkompetenz ist heute eine Schlüsselqualifikation – für die persönliche Entwicklung genauso wie für unsere Demokratie. Dazu gehört aber auch, dass wir attraktive Alternativen schaffen: Sport, Kultur und außerschulische Angebote sind wichtige Räume, in denen Kinder und Jugendliche Gemeinschaft erleben und Stärke entwickeln können. So lernen sie, sich in der digitalen Welt souverän zu bewegen – und zugleich im analogen Alltag Halt und Ausgleich zu finden.“

Digitaler Stress durch neueste Trends und Ausgrenzung

Für 29% der Jugendlichen geht Nutzung von Social Media-Plattformen mit erheblichen belastenden Gefühlen einher: Sie berichten von digitalem Stress, 26% empfinden teilweise sogar Schuldgefühle. Insbesondere junge Frauen sind häufiger negativ betroffen, etwa durch soziale Vergleiche: 52% der weiblichen Befragten geben an, bereits von Ausgrenzung und Abwertung durch soziale Medien betroffen gewesen zu sein im Vergleich zu 31% der männlichen Befragten.

Eigeninitiative zur Selbstregulation

Vielen Jugendlichen ist bewusst, dass sie zu viel Zeit auf Social Media verbringen und reflektieren ihr Nutzungsverhalten regelmäßig (47%). Sie entwickeln selbstständig sie Maßnahmen oder Strategien, um ihr Verhalten zu reduzieren, darunter das Deaktivieren von Mitteilungen (69 %), Umschalten auf „Nicht stören“ (51 %) oder aktive Vermeidung von sozialen Medien während der Lernzeiten (60 %).

„Die hohe Zustimmungsrate zu gezielten Schulprojekten und Unterrichtseinheiten zum Umgang mit sozialen Medien ist ein bildungspolitischer Handlungsauftrag“, erklärt der hessische Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen, Dr. Manuel Lösel. „Schule darf die digitale Lebensrealität junger Menschen nicht ignorieren. Sie muss ihnen helfen, ein selbstbestimmtes, reflektiertes und kompetentes Medienverhalten zu entwickeln.“

Regeln und Verantwortung zum Umgang mit Social Media

Großes Interesse haben die Schüler:innen und Auszubildenden daran, einen verantwortlichen und sinnvollen Umgang mit sozialen Medien an ihrer Schule zu erlernen. Die Mehrheit der Jugendlichen fordert ein breiteres medienpädagogisches Angebot: Über 80% der Schüler:innen wünschen sich Unterrichtseinheiten zum besseren Umgang mit sozialen Medien, dezidierte Schulprojekte oder zumindest Tipps für eine ausgewogenen Nutzung sozialer Medien oder eine regelmäßige „Social-Media-Sprechstunde“.

Ayush Yadav, stellvertretender Vorsitzender der Bundesschülerkonferenz, sagt: „Wir müssen in der Schule lernen, sinnvoll mit unseren Geräten umzugehen. Das ist der erste Schritt. Sollte das nicht reichen, können wir immer noch über Verbote sprechen.“

In Schulen sowie vor allem im Elternhaus fehlt es oft an klaren Regeln und Vermittlung, was die Nutzung von sozialen Medien angeht. 53% der Befragten äußern, dass es im Elternhaus keine Regeln zur Nutzung von Social Media gibt. 51% berichten, dass sie an ihrer Schule nichts zum Umgang mit Social Media lernen.

Die Studie inklusive vier Interviews mit StS Dr. Manuel Lösel, Dr. Rüdiger Maas, Nina Mühlens sowie den Schülerinnen Magdalena, Olivia und Paula kann unter diesem Link heruntergeladen werden.

Die Ergebnisse der Studie und welche Konsequenzen sich aus diesen ergeben diskutieren die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch sowie der stellvertretende Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz Ayush Yadav in einem Podcast mit Matthias Graf von Kielmansegg, der hier abgerufen werden kann: Podcast zur Jugendstudie zur Nutzung und Selbstregulation von sozialen Medien

Methodik der Studie

Die Erhebung wurde vom Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der Vodafone Stiftung vom 28. April -18. Mai 2025 durchgeführt. Die Grundgesamtheit für die Befragung bildeten deutschsprachige Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren in Privathaushalten in Deutschland. Befragt wurden 1.046 Jugendliche und junge Erwachsene. Die Stichprobenziehung erfolgte als Quotenstichprobe. Die Quoten wurden so angelegt, dass die Stichprobe in den wesentlichen Merkmalen der Struktur der Grundgesamtheit entspricht.

Über die Vodafone Stiftung Deutschland

Die Vodafone Stiftung setzt sich für gute Bildung in einer zunehmend digitalen Welt ein, die auf die individuellen Talente und Fähigkeiten der Schüler:innen eingeht und Lehrkräfte für einen digitalen Unterricht befähigt. Die Stiftung engagiert sich für die Vermittlung von 21st Century Skills und eine bessere Nutzung der digitalen Chancen, um Lehren und Lernen auf eine neue Stufe zu heben und mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen. Dazu unterstützen wir die innovativen Kräfte im Bildungswesen und arbeiten konstruktiv an strukturellen Reformen des Bildungssystems mit. www.vodafone-stiftung.de

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