25. März 2026

Studie zur Finanzierung der Schuldigitalisierung: Strukturelle Defizite bremsen digitale Bildung in Deutschland

  • Neue Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland: Digitalisierung von Schulen bleibt trotz hoher Investitionen strukturell unzureichend abgesichert.

  • Die Studie zeigt, dass die klassische Trennung zwischen inneren und äußeren Schulangelegenheiten den Anforderungen digitaler Bildung nicht mehr ausreichend gerecht wird.

  • Unklare Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen führen zu Verantwortungsdiffusion und ineffizienter Mittelverwendung.

  • Viele Schulen verfügen weiterhin nicht über stabile technische Infrastruktur, verlässlichen Support oder langfristige Finanzierungsperspektiven. 

  • Kommunale Finanzkraft entscheidet zunehmend über digitale Bildungschancen und verschärft bestehende Ungleichheiten.

  • Alle Akteursgruppen sehen dringenden Bedarf für eine konsistente Governance- und Finanzierungsarchitektur.

Berlin/Düsseldorf, 25.03.2026. Die Digitalisierung der Schulen in Deutschland kommt trotz umfangreicher Programme wie dem DigitalPakt Schule nur schleppend voran. Eine neue Studie zeigt: Zentrale Ursache ist weniger ein grundsätzlicher Mangel an Mitteln als vielmehr eine strukturell unklare und nicht nachhaltig angelegte Finanzierungs- und Steuerungsarchitektur. Obwohl bereits ein Großteil der Mittel aus dem DigitalPakt Schule verplant ist, bleibt die Wirkung vieler Investitionen begrenzt. Insbesondere die hergebrachte Zuständigkeitsverteilung zwischen Ländern, Kommunen und Bund erweist sich als Hemmnis für eine wirksame und dauerhafte digitale Transformation des Bildungssystems.

Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter kann nicht mit den Entscheidungsstrukturen des vergangenen Jahrhunderts betrieben werden. Wir müssen weg vom Denken in Geräten und Anschlüssen und hin zur pädagogischen Kernfrage: Was brauche ich an digitaler Unterstützung für guten Unterricht?

Matthias Graf von Kielmansegg
Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland

Unklare Zuständigkeiten und fehlende Verstetigung

Die Studie zeigt, dass die klassische Trennung zwischen inneren und äußeren Schulangelegenheiten den Anforderungen digitaler Bildung nicht mehr ausreichend gerecht wird. Während die Länder für pädagogische Fragen zuständig sind, tragen Kommunen einen Großteil der Kosten für Infrastruktur, Geräte und IT-Support. Digitale Technologien lassen sich jedoch selten eindeutig zuordnen, mit der Folge, dass Verantwortung häufig zwischen den Ebenen verschoben wird. Zugleich fehlt es an langfristig gesicherten Finanzierungsmodellen. Investitionen in Geräte und Infrastruktur erfolgen oft ohne nachhaltige Finanzierung für Wartung, Support oder Lizenzkosten. Temporäre Förderprogramme können diese strukturellen Defizite nicht ausgleichen.

Belastungen für Schulen und fragmentierte Systeme

Schulleitungen und Lehrkräfte sehen sich im Alltag mit instabiler Technik, fehlendem Support und komplexen rechtlichen Vorgaben konfrontiert. Gleichzeitig erwarten Politik und Gesellschaft, dass Schulen die digitale Transformation aktiv gestalten. Diese Diskrepanz führt zu erheblichen Belastungen im Schulalltag. Auch auf Systemebene zeigen sich Probleme: Unterschiedliche technische Standards, Datenschutzbewertungen und Beschaffungsprozesse in den Bundesländern erschweren die Zusammenarbeit und hemmen Innovationen, etwa für EdTech-Unternehmen und Bildungsanbieter.

Vier zentrale Ansatzpunkte für eine nachhaltige Lösung

Die Studie identifiziert vier zentrale Hebel für eine zukunftsfähige Finanzierung der Schuldigitalisierung: eigenverantwortliche schulische Digitalbudgets mit pädagogischem Fokus, eine dauerhaft abgestimmte Finanzierung über alle föderalen Ebenen hinweg, der Ausbau regionaler Supportstrukturen sowie transparente und innovationsfreundliche Beschaffungsmodelle. Erst im Zusammenspiel dieser Ansätze kann ein stabiles und leistungsfähiges System entstehen.

Methodik der Studie

Die Studie wurde vom Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) durchgeführt. Autor:innen sind Ewa Bacia, Dieter Dohmen, Janaki Koch, Jakob Klingemann und Judith Wenninger. Methodisch beruht die Untersuchung auf einer Kombination aus Dokumentenanalysen, Expert:inneninterviews auf Bundes- und Landesebene, Gesprächen mit Schulleitungen, Schulträgern, Schulaufsichten und Medienzentren sowie einer ergänzenden Befragung von EdTech-Unternehmen. Die Datensammlung konzentrierte sich auf drei Länder: Nordrhein-Westfalen, Hessen und Brandenburg. Zwei Fokusgruppendiskussionen dienten der Validierung und Weiterentwicklung der zentralen Befunde.

Über die Vodafone Stiftung Deutschland

Die digitale Welt aktiv zu gestalten, erfordert neue Kompetenzen. Wir müssen neue Technologien verstehen, Veränderungen kritisch hinterfragen und gemeinsam kreative Lösungen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts schaffen. Deshalb denkt die Vodafone Stiftung Bildung für die digitale Gesellschaft neu. Gemeinsam mit Vorreiter:innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft forschen wir, engagieren uns in gesellschaftspolitischen Debatten und entwickeln innovative Bildungsangebote. www.vodafone-stiftung.de

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