Tausche Bildung für Wohnen e.V.

Tausche Bildung für Wohnen stellt kostenlosen Wohnraum für junge Menschen zur Verfügung stellen, die sich im Gegenzug verpflichten mit sozial benachteiligten Kindern des Stadtteil zu arbeiten.

Ziel des gemeinnützigen Vereins ist es, die Chancengleichheit von Kindern aus prekären Verhältnissen zu verbessern, jungen Menschen ein lebensnahes, soziales Betätigungsfeld zu bieten und dadurch positiv in schwierige Stadtviertel hinein zu wirken. Ab Herbst 2014 startet das Projekt in Duisburg-Marxloh.

Praktisch sieht das so aus:
Ein Pate betreut vier „eigene“ Patenkinder von sechs bis elf Jahre, hilft ihnen bei den Hausaufgaben, geht mit ihnen schwimmen, in den Zoo, bringt ihnen Fahrradfahren bei, begleitet sie zur Schule, legt einen Garten mit ihnen an und macht ihnen „Hunger auf die Welt“ – alles keine selbstverständlichen Aktivitäten in Stadtteilen wie Marxloh!
Ein wichtiger Bestandteil des Vorhabens ist die Vernetzung aller wichtigen Akteure im Stadtteil. Partner sind u.a. diverse Marxloher Schulen, die Begegnungsstätte der Ditib-Moschee, die katholische und evangelische Kirche, die Niederrhein Therme, und weitere Partner. Darüber hinaus konnten auch überregionale Partner, wie die Bundeszentrale für politische Bildung gewonnen werden.

Das Prinzip von Tausche Bildung für Wohnen
Das sozial-ökonomische Wissenstransferprojekt initiiert die Bildung einer Präventionskette gegen kulturellen Ausschluss, Segregation, soziale Benachteiligung, Bildungsarmut und Vereinsamung. Das Modellprojekt richtet sich gegen „soziale Reparaturkosten“ in Form von systematischer Nachmittags-, Hausaufgaben-, Sprach-, Lern- und Freizeit-Betreuung von sozial benachteiligten Kindern durch engagierte junge Menschen (Paten), um frühe Förderung, Teilhabe und Integration zu gewährleisten.

Für eine definierte Anzahl von Studenten (Paten) wird kostenloser Wohnraum in einer hierfür baulich angepassten Immobilie zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug betreuen sie, auf Basis einer vertraglichen Vereinbarung, sozial benachteiligte Kinder des Stadtteils bei Hausaufgaben, Sprach- und Lernförderprogrammen sowie bei kulturellen, sportlichen und sonstigen Freizeitaktivitäten. Dabei wird umfänglich die lokale Infrastruktur von städtischen und religiösen Einrichtungen, wie Moscheen, Kirchen, Sportplätze, Turnhallen, Schwimmbäder und Jugendzentren genutzt, deren Träger als Vertragspartner in diesem Projekt ihre Türen und Tore für die Teilnehmer dem Projekt möglichst kostenlos öffnen. Dafür erhalten sie als Dank dringend benötigte Unterstützung bei ihren eigenen Aufgaben: Die Paten wechseln ihre Rolle und werden nun zu Unterstützern (Supporter) indem sie für eine ebenfalls vertraglich vereinbarte Stundenanzahl in den kooperierenden Institutionen kostenlos arbeiten, wo oft genug die finanziellen Mittel fehlen, um dringend benötigte Arbeitskraft zu bezahlen. Der Pate betreut also einerseits mit einem Teil seiner vereinbarten Stundentauschzeit sozial benachteiligte Kinder und unterstützt mit dem anderen Teil seiner Zeit die Kooperationspartner als Dank dafür, dass sie ihre Tore öffnen. So entsteht eine „Win-Win-Win-Situation“, welche die Nutzenstiftung für die beteiligten Partner optimiert:

  • der Pate wohnt kostenfrei und kann sich die Teilnahme am Projekt auf sein Studium anrechnen lassen
  • benachteiligte Kinder bekommen eine intensive Nachmittags-, Hausaugaben-, Sprach-, Lern- und Freizeit-Betreuung
  • die lokale Infrastruktur von städtischen und religiösen Einrichtungen, erhalten dringend benötigte Unterstützung durch studentische Hilfskräfte

Zentrale Anlauf und Begegnungsstelle für Kinder, Eltern, Paten und Partner ist ein großer und dafür hergerichteter Lern- und Arbeitsraum im Erdgeschoss der Immobilie – die TauschBar.Von hier aus werden die Sorgen bearbeitet, Teilhabe organisiert, Begegnung und Gespräche angeregt, um Verbundenheit mit der Umgebung und den Mitmenschen zu stärken. Der Ansatz, Wandel durch Begegnung und Nutzenstiftung anzuregen, soll Integration fördern und Identität stiften.

Auszeichnungen
Das Konzept wurde aufgrund seiner innovativen Idee und seines Vorbildcharakters bereits mehrfach ausgezeichnet:

  • Gewinner des „Act for Impact“ Wettbewerbs 2012, ausgelobt von der Vodafone Stiftung Deutschland und der Social Entrepreneurship Akademie
  • Gewinn eines startsocial-Stipendium 2012/13, dem bundesweiten Businessplan-Wettbewerb zur Förderung sozialer Projekte und Ideen Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
  • Gewinn des Förderpreises 2013 der Help & Hope Stiftung in der Kategorie „Bildung“
  • „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen 2013/14“
  • Bundessieger in der Kategorie „Bildung“ der Initiative „Land der Ideen"

Weitere Informationen finden Sie unter www.tausche-bildung-fuer-wohnen.org