09. Juli 2025

Innovation in der digitalen Bildungslandschaft

„Von Vision zu Veränderung – Ein Gespräch mit …“ ist unser Interviewformat, mit dem wir jeden Monat mit spannenden Bildungsprotagonist:innen in den Austausch treten und deren Blick auf das Bildungssystem erhalten wollen. Dabei wollen wir sowohl über aktuelle Themen sprechen als auch von den Visionen erfahren, die unsere Gesprächspartner:innen für das Bildungssystem haben.

Berlin/Bielefeld. 09. Juli 2025 Tobias Himmerich ist Gründer und Geschäftsführer von EDUvation, Vorstandsmitglied der European EdTech Alliance und Beiratsmitglied der LEARNTEC. Er unterstützt junge Gründer:innen und Start-ups im Bildungskontext und setzt sich dafür ein, gute Bedingungen für innovative EdTech-Unternehmen in Deutschland zu schaffen.

Das Interview mit Tobias Himmerich

Hallo Tobias! Schön, dass Du da bist. Du bist Geschäftsführer von EDUvation und schon seit Jahren in der EdTech-Szene unterwegs. Was hat Dich motiviert, Dich im Bildungsbereich zu engagieren?

Ich hatte mit dem Bildungsbereich ursprünglich nichts zu tun. Nach meinem Studium arbeitete ich in der Unternehmensberatung, was ich teilweise noch heute mache. Vor über 20 Jahren stieß ich eher zufällig auf ein Konzept: Bekannte in Österreich organisierten Sommercamps mit Native Speakern für Kinder. Ich fand die Idee großartig und gründete ein Start-up namens „Mein Schulprojekt“, das erste dieser Art in Deutschland. Wir brachten Muttersprachler für eine Woche in den Unterricht, was günstiger als eine Klassenfahrt war und die Motivation der Schüler steigerte. Aber trotz der Vorteile war der Vertrieb extrem schwierig. Damals gab es in ganz Deutschland niemanden, den man als EdTech-Startup hätte fragen können: Wie funktioniert das eigentlich? Wie sieht ein typischer Sales-Cycle aus? Wer darf an einer Schule einen Kaufvertrag unterschreiben? Wer trifft überhaupt Entscheidungen? Es war eine einzige Zumutung. Das war circa 2011, 2012 – niemand konnte einem diese Fragen beantworten. Ich war im nordrhein-westfälischen Ministerium in Düsseldorf, und selbst dort sagte man mir: Wie der Schulträger das macht? Keine Ahnung. Wir setzen zwar die Regeln fest, aber wie das konkret bei den einzelnen Schulträgern läuft (und davon gibt es in NRW über 1000) wissen wir nicht. Es war auch in jeder Stadtverwaltung anders, ein völliges Durcheinander. Kurzum: Es gab keine Ansprechpersonen. Niemand.

Wie kam es dann dazu, von diesem Projekt abzusehen und EDUvation zu gründen?

Vor etwa zehn Jahren haben wir dann gesagt: Wir haben inzwischen unsere Unternehmen aufgebaut, unseren Weg gefunden, wir verfügen über Netzwerke und Know-how. Jetzt möchten wir das, was wir uns damals selbst gewünscht hätten, an die nächste Generation zurückgeben. Unser Ziel war es, Startups aus dem Bildungsbereich zu unterstützen – von Startups für Startups. Das war letztlich die Gründungsidee hinter EDUvation. Wir haben uns mit 10 bis 15 Gleichgesinnten zusammengeschlossen und gesagt: Wir machen jetzt das, was sonst niemand macht. Aus diesem Grund haben wir EDUvation aufgebaut: Anfangs mit Beratung – von Startups für Startups. Natürlich größtenteils ehrenamtlich, denn du kannst einem jungen Startup keine Tagessätze von 1.500 Euro berechnen. Aber es wuchs stetig: Wir haben erste Sponsoren gewonnen, mit den relevanten Verbänden kooperiert, die wir gut kannten – und so ist EDUvation Schritt für Schritt gewachsen. 2018 und 2019 haben wir dann zum ersten Mal in Deutschland eine EdTech Startup Area auf großen Messen etabliert – auf der Didacta, der LearnTech, der Buchmesse und anderen Veranstaltungen. Ab 2019 war es so: Wenn ein EdTech-Startup auf einer deutschen Messe präsent sein wollte, lief das in der Regel über uns. Wir hatten plötzlich eine Datenbank mit Hunderten von EdTech-Startups.

In der Corona-Zeit, also ab 2020, erhielten wir dann auch Fördermittel vom Land NRW, unter anderem für ein bundesweites Unterstützungsprogramm. Wir wurden sogar von der EU-Kommission gefördert. Damit konnten wir EDUvation weiter ausbauen – mit kostengünstiger Beratung, Events, Meetups. Ich war Mitgründer der European EdTech Alliance – auch hier haben wir viel angestoßen und vorangebracht. Und nun? Uns wurden alle Fördermittel gestrichen. Jetzt müssen wir sehen, wie es weitergeht.

In welchen Bereichen genau unterstützt ihr EdTech-Startups heute bei der Orientierung? Ihr seid ja eigentlich Kommunikatoren, vielleicht sogar Mediatoren – zwischen Akteuren, zwischen Systemen. Wo seht ihr konkret die größten Bedarfe?

Unser Fokus liegt auf dem unternehmerischen Teil der EdTech-Szene. Wir bieten keine pädagogisch-didaktische Beratung, keine technische Unterstützung und auch keine sonstigen Dienstleistungen in diesem Bereich an. Unser Schwerpunkt ist der Business-Aspekt, weil wir festgestellt haben, dass dort eine riesige Lücke besteht. Wir haben eine ganze Reihe Start-ups scheitern sehen. Nicht, weil das Produkt schlecht war, sondern weil der Markt nicht verstanden wurde. Wenn du ein Startup bist und versuchst, etwas an Schulen oder Hochschulen zu verkaufen – mit einem Businessplan, wie du ihn vielleicht aus dem Medizin-, Fintech-, Umwelttechnik- oder B2C-Bereich kennst – dann scheitert das. Denn all diese Mechanismen greifen im Bildungsbereich nicht. Im Bildungsbereich brauchst du doppelt, manchmal dreimal so lange, um überhaupt Fuß zu fassen. Gerade wenn du an Schulen oder Hochschulen verkaufen willst. Du wirst niemals eine exponentielle Wachstumskurve erleben. Kein einziges Startup in Deutschland hat je ein exponentielles Wachstum im Bildungsbereich hingelegt – und das ist natürlich auch etwas, das man gegenüber Investor:innen erklären muss. All diese Aspekte muss man unternehmerisch verstehen und antizipieren, um am Markt bestehen zu können. Genau das ist unsere Aufgabe: jungen Unternehmen zu helfen, diese komplexe Realität zu erfassen.

Im Bildungsbereich brauchst du doppelt, manchmal dreimal so lange, um überhaupt Fuß zu fassen. Gerade wenn du an Schulen oder Hochschulen verkaufen willst. Du wirst niemals eine exponentielle Wachstumskurve erleben

Tobias Himmerich

Würdest du sagen, dass diese Vielschichtigkeit – mit Bundesländern, Schulträgern und einzelnen Schulen als Entscheidungsebenen – das größte strukturelle Problem unseres Bildungssystems ist?

Das ist ein guter Punkt. Wer sagt, dass der Föderalismus die Innovationskraft und Geschwindigkeit bremst, liegt nicht völlig falsch. Aber: Die Lösung wird nicht darin bestehen, den Föderalismus abzuschaffen oder die Strukturen grundlegend zu verändern. Das ist politisch schlicht nicht realistisch. Es gibt 16 Länder und den Bund – da bestehen so viele divergierende Interessen, dass eine tiefgreifende Systemreform nahezu ausgeschlossen ist. Unser Ansatz lautet deshalb: Man kann das System nicht von außen ändern. Man muss mit dem Strom schwimmen, das System verstehen, seine Mechanismen kennen – und dann kann man innerhalb dieser Logik gezielt kleine Veränderungen anstoßen, mal links, mal rechts. Wer sich mit disruptiven Ansätzen positioniert, wird in diesem System nicht erfolgreich sein. Wirklich politisch verändern lässt sich jedoch auf der unteren Ebene etwas: durch mehr Autonomie für einzelne Schulen und Schulträger, insbesondere in Fragen der Budgetverwendung. Das heißt: Nicht weniger Ebenen, sondern mehr Gestaltungsspielraum für die Ebenen, die bereits existieren.

Du hast vorhin euren EdTech-Datensatz erwähnt – Datensätze sind ja immer spannend. Welche Erkenntnisse ergeben sich aus euren Informationen über EdTechs in Deutschland und deren Entwicklung? Gibt es Trends oder Muster, die sich anhand der Daten erkennen lassen?

Ja, da gibt es durchaus einige interessante Beobachtungen. Zum Beispiel sehen wir Gründungswellen – also thematische Cluster, die sich über die Jahre herausgebildet haben. Derzeit ist das Thema Künstliche Intelligenz dominant, also die Frage, wie man KI für Korrekturen oder die Erstellung von Aufgaben einsetzen kann. Das ist klar die aktuellste Entwicklung. Wenn man etwas zurückblickt, dann lag vor 10–12 Jahren der Fokus stark auf Video-Learning und YouTube-nahen Lernplattformen. Vor 8–9 Jahren kam dann eine Welle von Tools zur Schulverwaltung und -kommunikation: Schulmanager Online, SchoolFox und ähnliche wurden in dieser Zeit gegründet.

Was ist, Deiner Erfahrung nach, das größte strukturelle Hindernis für EdTech-Start-ups in Deutschland?  

Ich denke, hier trifft fehlende Anschlussfinanzierung auf eine sehr besondere Marktdynamik. Man muss genau hinsehen: Es gibt Tools oder Apps, die sich direkt an Endkund:innen wenden – das ist klassisches B2C (Business-to-Consumer). Die brauchen keine Bildungsstruktur, keine Schule, kein Curriculum. Wenn das Produkt gut ist und sie genug Werbung machen, funktioniert es. Dann gibt es noch den B2B-Bereich – etwa, wenn ich eine Lernsoftware an BMW verkaufe. Das ist ein völlig anderer Markt: Das Unternehmen schreibt aus, ich stelle vor, werde gebucht und bezahlt. Mit dem Bildungsbereich hat das strukturell nichts zu tun. Ganz anders ist es im B2G-Bereich – also Business-to-Government. Das umfasst alles, was an Schulen oder Hochschulen verkauft wird, häufig auch im Bereich der Nachmittagsbetreuung. Hier ist der Verkaufsprozess wesentlich komplexer, langwieriger und politisch aufgeladener.

Und gerade im B2G-Bereich ist ein zentrales Problem die Anschlussfinanzierung. Das erste Jahr schaffen viele Startups noch – mit Gründerstipendien, Unterstützung durch Familie, Rücklagen oder Programmen wie EXIST. Aber: In anderen Branchen hat man nach einem Jahr oft schon erste zahlende Kund:innen – und kann sich damit auf Investorensuche begeben. Im Bildungsbereich ist das nicht der Fall. Es gibt keinen strukturierten Vertrieb und keinen gewachsenen Kundenstamm, weil die Vertriebszyklen im Bildungsbereich eben Jahre dauern. Aber genau in dieser Phase bräuchten Startups Kapital, um durchhalten zu können.

In Deutschland gibt es keine strukturierte Anschlussfinanzierung für diesen Bereich. Anders als in der Schweiz, Frankreich oder Großbritannien existiert in Deutschland kein EdTech-spezifischer Investmentfonds. Der Finanzierungsbedarf liegt typischerweise im Bereich von 100.000 bis 300.000 Euro – genug, um zu wachsen, aber zu risikobehaftet für klassische Investoren. Viele Social Impact Fonds haben sich am Bildungsbereich bereits „die Finger verbrannt“, weil sie die Systemlogik nicht kannten und dann enttäuscht wurden. Es fehlt in Deutschland eine Investmentinfrastruktur für EdTechs, insbesondere im Bereich Schule und Hochschule. Wir haben viele Ideen, Konzepte, Pläne – aber am Ende braucht es Kapital, und das ist kaum zu bekommen.

Es fehlt in Deutschland eine Investmentinfrastruktur für EdTechs, insbesondere im Bereich Schule und Hochschule.

Tobias Himmerich

Wie schätzt du die Rolle der Lehrkräfte ein? Fachlich und pädagogisch sind sie gut ausgebildet. Aber gerade im Bereich der digitalen Bildung – etwa im Umgang mit KI – gibt es doch Unsicherheit.

Sehr gute Frage. Ich glaube, Lehrkräfte können sehr wohl entscheiden, was didaktisch für ihren Unterricht sinnvoll ist. Aber sobald es um technische oder datenschutzrechtliche Aspekte geht – etwa, ob sich in einem Tool etwas „Verstecktes“ befindet oder wo genau Daten verarbeitet werden –, braucht es externe Zertifizierungen. Was wir brauchen, ist ein öffentliches, vertrauenswürdiges Siegel, an dem Lehrkräfte erkennen können: Wenn dieses Tool zertifiziert ist, kann ich es bedenkenlos einsetzen. Dann können sich Lehrkräfte auf die pädagogische Eignung konzentrieren – und müssen sich nicht mit 300 Seiten Datenschutzaudit auseinandersetzen. In Österreich ist das längst Realität: Dort existiert ein Bundes-Siegel, das Klarheit schafft. In Deutschland hinken wir hinterher. Bei Edu-Check gibt es zwar erste Kriterienkataloge – aber die sind so umfangreich, dass sie für ein junges Startup praktisch nicht bewältigbar sind. Wir reden da von über 200 Seiten Anforderungen. Und obwohl das Verfahren in der Entwicklung ist, ist derzeit noch nicht einmal klar, ab wann und wie sich Startups wirklich zertifizieren lassen können. Für ein kleines Team ist das kaum zu stemmen – da braucht man schon ein eigenes Investment, nur um den Zertifizierungsprozess überhaupt durchlaufen zu können.

Du hast bereits mehrmals von Standortnachteilen gesprochen – etwa im Bereich Förderstruktur und Datenschutz. Wie würdest du Deutschland im europäischen Vergleich derzeit einordnen?

Ich habe da eine ziemlich klare Meinung: Wir stehen kurz davor, abgehängt zu werden. Was uns aktuell noch über Wasser hält, ist allein die Größe des deutschen Markts. Deutschland ist der größte Bildungsmarkt in Europa, deshalb sagen viele ausländische Unternehmen: Da müssen wir rein. Wäre Deutschland so klein wie Österreich – mit den gleichen Strukturen –, wären wir längst abgehängt. Dann wären die Märkte längst von amerikanischen, chinesischen oder französischen Anbietern besetzt – und wir hätten dem kaum noch etwas entgegenzusetzen. Deshalb ist es entscheidend, dass aus Deutschland heraus eigene EdTech-Startups entstehen, die skaliert und idealerweise exportiert werden können. Ansonsten wird in zehn Jahren der Markt von internationalen Anbietern dominiert – und wir diskutieren in Deutschland noch immer über Datenschutz in einzelnen Bundesländern, während niemand mehr bei uns verkaufen möchte.

Aus meiner Sicht sind gewisse Schritte absolut notwendig, um hier den Anschluss nicht zu verlieren. Wir brauchen erstens eine bundesweit koordinierte Unterstützungsstruktur für Startups. Das, was wir bei EDUvation in den letzten Jahren aufgebaut haben, ist dafür essenziell. Wenn das wegfällt – und aktuell sieht es so aus –, verlieren wir ein zentrales Element. Fast alle EdTechs, die heute in Deutschland aktiv sind, hatten in irgendeiner Form Kontakt mit uns, sei es über Messeauftritte oder Beratung. Ohne solche Strukturen werden wir in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit weiter zurückfallen. Zudem braucht es ein deutsches Investment-Vehikel für EdTech, also gezielte Finanzierungsinstrumente, mit denen Startups aus Deutschland heraus wachsen können, vergleichbar mit Fonds in der Schweiz, Frankreich oder UK. Drittens schlage ich eine nationale Testbett-Struktur vor: eine strukturierte Testumgebung, in der Schulen, Schulträger und Startups systematisch zusammenkommen. Tools sollten dort unter realen Bedingungen getestet werden können, mit wissenschaftlicher Begleitung. Aktuell müssen Startups sich einzeln Schulen suchen, hoffen auf Feedback, wissen nicht, ob ihre Idee tragfähig ist. In anderen Ländern gibt es solche Testlabs längst. Bei uns entwickeln studentische Teams Tools im Elfenbeinturm – und stellen nach einem Jahr fest: Will niemand haben. Es muss politisch gewollt sein, dass Deutschland im Bereich EdTech nicht nur Nachfrager, sondern auch Gestalter ist.

Wer müsste hierfür zur Verantwortung gezogen werden?

Für mich liegt die Verantwortung klar auf Bundesebene – insbesondere beim Wirtschaftsministerium. Denn es geht hier nicht nur um Bildungspolitik, sondern auch um Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft einer ganzen Branche. Und gemessen an den Summen, die in anderen Bereichen ausgegeben werden, reden wir hier wirklich von Peanuts. EdTech ist Wirtschaftsförderung und gleichzeitig Zukunftsvorsorge für den gesamten Arbeits- und Bildungsmarkt. Alles, was wir später an gut ausgebildeten Fachkräften brauchen, hat seine Wurzeln im Bildungssystem – und hier können EdTechs zentrale Impulse setzen. Wir sprechen da nicht über Milliarden. Wir reden über 500.000 bis 600.000 Euro jährlich für eine Struktur, die den größten Bildungsmarkt der EU adressiert und ganze Innovationsketten ermöglicht. Gemessen an der Bedeutung wäre das eigentlich eine lächerlich geringe Summe,  aber sie hätte einen immensen Effekt.

Wir reden über 500.000 bis 600.000 Euro jährlich für eine Struktur, die den größten Bildungsmarkt der EU adressiert und ganze Innovationsketten ermöglicht. Gemessen an der Bedeutung wäre das eigentlich eine lächerlich geringe Summe,  aber sie hätte einen immensen Effekt.

Tobias Himmerich

Eine weit gefasste Frage zum Abschluss: Als Stiftung beschäftigen wir uns mit dem Begriff der „erfolgreichen Bildung in Digitalität“. Wir versuchen, Bildung in Digitalität über Studien zu analysieren und empirisch zu erfassen. Wenn Sie diesen Begriff definieren müssten – wie sähe erfolgreiche Bildung in Digitalität für Sie aus?

Erfolgreiche Bildung in Digitalität bedeutet für mich die Erziehung zum mündigen Bürger – sowohl im Hinblick auf den Arbeitsmarkt als auch auf die Teilhabe an einer demokratischen Gesellschaft. Ein mündiger Nutzer digitaler Medien weiß, wann er digitale Tools sinnvoll einsetzt – und wann nicht. Wann ist das Analoge der bessere Weg? Wann hilft mir KI, wann schadet sie dem Lernprozess? Das ist, glaube ich, zentral. Viele Schüler:innen nutzen KI-gestützte Tools, weil sie bequem sind – nicht, weil sie pädagogisch sinnvoll wären. Ich selbst hätte das in dem Alter vermutlich auch getan.

Es gibt gute Gründe, warum wir gewisse Dinge erst ab einem bestimmten Alter erlauben – etwa Alkohol ab 16. Genauso muss es auch Regeln geben, ab wann und wie KI oder soziale Medien genutzt werden dürfen. Denn: Nur weil ein Schüler ein gutes Produkt mithilfe von KI abliefert, heißt das noch lange nicht, dass er auch etwas gelernt hat.

Der Unterschied zwischen Einsicht und Handlung ist hier entscheidend. Alle meine Schüler:innen wissen, dass sie zu viel Zeit auf TikTok verbringen. Sie sagen selbst: Zehn Minuten TikTok am Abend sind die schönsten drei Stunden meines Tages. Sie wissen, dass es ihnen nicht guttut – und tun es trotzdem. Das ist bei vielen Süchten so: Die Einsicht ist da – aber die Umsetzung fehlt. Jugendliche schaffen es nicht allein. Und, ehrlich gesagt: Ich schaffe es auch nicht immer. Unsere Aufgabe als Lehrkräfte ist es, ihnen zu helfen, diese Einsicht in Handlung zu überführen. Das ist für mich ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Bildung in der digitalen Welt.

Über die Vodafone Stiftung Deutschland 

Die Vodafone Stiftung setzt sich für gute Bildung in einer zunehmend digitalen Welt ein, die auf die individuellen Talente und Fähigkeiten der Schüler:innen eingeht und Lehrkräfte für einen digitalen Unterricht befähigt. Die Stiftung engagiert sich für die Vermittlung von 21st Century Skills und eine bessere Nutzung der digitalen Chancen, um Lehren und Lernen auf eine neue Stufe zu heben und mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen. Dazu unterstützen wir die innovativen Kräfte im Bildungswesen und arbeiten konstruktiv an strukturellen Reformen des Bildungssystems mit. www.vodafone-stiftung.de 

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