26. November 2019

Alles auf dem Schirm?

Klimadebatte, politische Hetze, Wahlwerbung: Noch nie war die politische Informationswelt so komplex wie heute.

Junge Menschen der Always-on-Generation, die im Durchschnitt mehrere Stunden pro Tag allein online und in sozialen Medien aktiv sind, können jederzeit auf eine Flut von Nachrichten, Hintergrundberichten, Kurzmeldungen und Posts zugreifen, darunter auch viele mit sachlich falschem oder irreführendem Inhalt. Doch wie souverän und medienkompetent bewegen sich junge Menschen durch den politischen Nachrichtendschungel, und wie finden sie Zugang zu Themen wie den „Fridays for Future“ oder dem Brexit? Dazu hat die Vodafone Stiftung im Mai/Juni 2019 2.149 jungen Menschen im Alter von 14 – 24 Jahren befragt.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Die große Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland informiert sich regelmäßig zu politischen Themen und bewegt sich dabei medienkompetent durch die digitale Welt: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) informiert sich täglich oder sogar mehrmals täglich, fast drei Viertel (72 Prozent) der Befragten informieren sich mindestens einmal die Woche über politische Themen und nutzt dabei eine Vielzahl digitaler wie analoger Informationsquellen.
  2. Doch der Mehrheit junger Menschen, die das politische Geschehen regelmäßig verfolgen, steht eine bedeutende Minderheit gegenüber, die nur sehr wenig Anteil daran nimmt: Ein Viertel (24 Prozent) der jungen Menschen mit einem niedrigen Bildungshintergrund interessiert sich kaum für politische Themen und zeigt sich im Vergleich unsicherer im Umgang mit Fake News im Netz. Je niedriger der formale Bildungshintergrund, desto eher fühlen sich junge Menschen auch unsicher oder sehr unsicher darin, Falschmeldungen zu erkennen.
  3. Auf welchen Kanälen sich junge Menschen bewegen, hängt maßgeblich von der Aktivierung durch das konkrete Thema ab: So dominierten bei der Debatte um das Urheberrecht soziale Medien (52 Prozent) und dabei insbesondere YouTube (38 Prozent) als Informationsquelle. Zum Thema Brexit geben dagegen 70 Prozent klassische Medien (Fernsehen, Radio und Zeitungen) und nur 22 Prozent soziale Medien (YouTube, Facebook, Instagram, Twitter) als Informationsquelle an.
  4. Junge Menschen äußern zudem Unzufriedenheit damit, wie Politiker mit jugendrelevanten Themen umgehen: Insbesondere zu den Themen „Fridays for Future“ und der Reform des Urheberrechts beklagen die Befragten die Verharmlosung oder Leugnung gravierender gesellschaftlicher Herausforderungen, wie dem Klimawandel, und die Delegitimierung junger Expertise und jugendlichen Engagements.

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