23. Mai 2024

Jugendstudie der Vodafone Stiftung:
Große Mehrheit der deutschen Jugendlichen sorgt sich um ihre zukünftige Freiheit

  • Repräsentative Befragung der Vodafone Stiftung: 80 Prozent der Jugendlichen fühlen sich derzeit „frei“, gleichzeitig äußern 79 Prozent Sorge hinsichtlich ihrer zukünftigen Freiheit.
  • Die freie Meinungsäußerung ist den Jugendlichen der wichtigste Aspekt von persönlicher Freiheit.
  • Der Freundes- und Familienkreis bilden für die meisten Jugendlichen einen Raum für freie Meinungsäußerung, Schule oder Universität nur für 51 Prozent.
  • Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland glaubt, dass das eigene Handeln einen positiven Einfluss auf das Zusammenleben der Gesellschaft haben kann.

Berlin/Düsseldorf, 23.05.2024. Für Jugendliche in Deutschland sind Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung nicht nur abstrakte Konzepte, sondern essenzielle Grundpfeiler ihrer Freiheitsauffassung. Zugleich haben sie das Gefühl, eher im privaten Umfeld ihre Meinung äußern zu können und nur die Hälfte der jungen Menschen begreift die Schule als einen Ort des freien Diskurses. Auch andere Meinungen kritisch zu hinterfragen und neue Informationen zu gewinnen, halten Jugendliche für eine sehr wichtige Fähigkeit, die sie in der Schule allerdings kaum erlernen. Das sind die Ergebnisse der Studie „Junge Stimmen, starke Wirkung? Wie Jugendliche Freiheit in unserer Gesellschaft erleben.“ von infratest dimap im Auftrag der Vodafone Stiftung, für die mehr als 1.000 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren von Ende Februar bis Anfang März befragt wurden.

„Mir macht es Sorge, dass nur die Hälfte der Jugendlichen die Schule als einen Raum wahrnimmt, in dem Diskussionen geführt und vermittelt werden“, sagt Matthias Graf von Kielmansegg. „Die Ergebnisse sind auch ein Signal an die Politik: Werdet aktiv und informiert uns gezielter zu euren Themen.“

„Freiheit“ bedeutet für das Gros „Meinungsfreiheit“

Gefragt nach der Bedeutung persönlicher Freiheit, bewerten 65 Prozent die freie Meinungsäußerung als besonders wichtigen Aspekt. Während 87 Prozent es für wichtig halten, andere Meinungen zu tolerieren, geben nur 19 Prozent an, in der Schule auch tatsächlich die Möglichkeit zu haben, Diskussionen zu führen und zu lernen, wie sie ihre eigene Meinung zu vertreten.

Mir macht es Sorge, dass nur die Hälfte der Jugendlichen die Schule als einen Raum wahrnimmt, in dem Diskussionen geführt und vermittelt werden, die Ergebnisse sind auch ein Signal an die Politik: Werdet aktiv und informiert uns gezielter zu euren Themen.

Matthias Graf von Kielmansegg
Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland

Freunde und Familie als wichtigste Räume für freie Meinungsäußerung

Junge Menschen haben im Freundeskreis (89 Prozent) sowie in der eigenen Familie (85 Prozent) am meisten das Gefühl, ihre Meinung frei äußern zu können. 51 Prozent empfinden das schulische oder universitäre Umfeld als Raum, in dem respektvoll mit freier Meinungsäußerung umgegangen wird.

Fast alle Jugendlichen halten es für relevant, zwischen vertrauenswürdigen und nicht vertrauenswürdigen Quellen unterscheiden zu können. Jedoch geben nur 16 Prozent der Jugendlichen an, dies in der Schule zu lernen, 41 Prozent stimmen hier eher zu.

Eigenes Engagement kann Einfluss auf gesellschaftliches Zusammenleben haben

71 Prozent der jungen Menschen in Deutschland glauben, dass ihre Handlungen Einfluss auf die Gesellschaft haben. Dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit ist sogar noch ausgeprägter bei Jugendlichen, die sich selbst einer höheren sozialen Gruppe zuordnen (80 Prozent). 85 Prozent der Jugendlichen haben sich bereits gesellschaftlich engagiert, ein politisches Engagement haben bisher 5 Prozent der Jugendlichen ausgeübt. Für 32 Prozent käme ein politisches Engagement infrage, während 63 Prozent dies für sich ausschließen.

Methodik der Studie

Vom 26. Februar bis 07. März 2024 wurden von infratest dimap Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung mbH 1.053 deutschsprachige, in Privathaushalten in Deutschland lebende Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren befragt. Die Stichprobenziehung erfolgte als Quotenstichprobe. Die Quoten wurden so angelegt, dass die Stichprobe in den wesentlichen Merkmalen der Struktur der Grundgesamtheit entspricht. Infratest dimap arbeitete auf Basis quantitativer Forschungsmethoden. Die Interviews wurden online durchgeführt (CAWI = Computer Assisted Web Interviewing).

Über die Vodafone Stiftung Deutschland

Die digitale Welt aktiv zu gestalten, erfordert neue Kompetenzen. Wir müssen neue Technologien verstehen, Veränderungen kritisch hinterfragen und gemeinsam kreative Lösungen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts schaffen. Deshalb denkt die Vodafone Stiftung Bildung für die digitale Gesellschaft neu. Gemeinsam mit Vorreiter:innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft forschen wir, engagieren uns in gesellschaftspolitischen Debatten und entwickeln innovative Bildungsangebote. www.vodafone-stiftung.de

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