14. Juli 2022

Interview: Hortkinder entdecken die digitale Welt

Planen, probieren, programmieren

Anne Schaar war u. A. im Webdesign tätig, bevor sie als Horterzieherin bei Kotti e. V. an der Nürtingen Grundschule in Berlin-Kreuzberg anfing zu arbeiten. Ihr liegt es besonders am Herzen, dass die Kinder außerhalb des Schulunterrichts lernen, wie man unter Einsatz digitaler Technologien, Ideen in den Bereichen Umwelt, Klimaschutz oder Gesundheit umsetzen kann. Dafür besucht sie regelmäßig mit 12-15 Hortkindern das GoodLab in ihrem Kreuzberger Kiez, um dort einen Nachmittag lang oder auch länger laufende Projekte umzusetzen. Das GoodLab ist eine Initiative der „Junge Tüftler“ gGmbH und wird von der Vodafone Stiftung unterstützt.

Wie sind Sie auf das GoodLab aufmerksam geworden?

Wir sind durch einen Flyer auf die moderne Experimentierwerkstatt aufmerksam geworden und kooperieren inzwischen miteinander, das heißt, ich besuche regelmäßig mit Kindern der Klassenstufen 4-6 das GoodLab.

Welche Erfahrungen sammeln die Schüler:innen im GoodLab?

Tablets und Handys gehören zu ihrem Alltag dazu. Aber hier lernen sie, worauf die Geräte überhaupt aufbauen, nämlich auf Programmiersprache. Im GoodLab sammeln sie erste Programmiererfahrungen mit kleinen Robotern wie dem Calliope und lernen, wie man Projekte plant und durchführt.

STATEMENT

„Zwei Mädchen, die sonst eher zurückhaltend sind, haben durch ihre Programmiererfolge an Selbstbewusstsein gewonnen und ein Junge, der weder hören noch sprechen kann, tobt sich hier an den innovativen technischen Geräten förmlich aus.“

Anne Schaar
Kotti e.V. Berlin

Mit wie vielen Schüler:innen waren Sie bereits im GoodLab?

Ich komme regelmäßig mit Hortkindern hierher. Sie sind zwischen 9 und 12 Jahre alt und experimentieren an einem Tages- oder mehrtägigen Projekt.

Welche Projekte haben die Hortkinder realisiert?

Drei Mädchen haben zum Beispiel eine App programmiert, mit der sie einschätzen können, wie viel Müll sie produzieren beziehungsweise wieviel Umweltschutz sie selbst betreiben. Zwei andere Kinder wollen in einer virtuellen Welt Fische mit Sensoren ausstatten, damit diese sich nicht im Plastik verfangen. Ein anderes Team wiederum hat einen virtuellen Supermarkt errichtet, in dem man die Nachhaltigkeit der Produkte vergleichen kann.

Welches Feedback erhalten Sie von den Schüler:innen?

Der Besuch ist freiwillig und die meisten kommen wieder mit, weil es ihnen großen Spaß macht. Einige von ihnen leben sogar richtig auf. Zwei Mädchen, die sonst eher zurückhaltend sind, haben durch ihre Programmiererfolge an Selbstbewusstsein gewonnen und ein Junge, der weder hören noch sprechen kann, tobt sich hier an den innovativen technischen Geräten förmlich aus.

STATEMENT

„Im digitalen Bereich muss man permanent auf dem laufenden sein (…). Das finde ich sehr spannend. Diese Begeisterung möchte ich an die Kinder weitergeben. „

Anne Schaar
Kotti e.V. Berlin

Ist Ihr Hort digital ausgestattet?

Nein, ist er nicht. An der Grundschule wird zwar mit Lernprogrammen gearbeitet und im Internet recherchiert, aber einen Cutter, Plotter oder 3-D-Drucker gibt es bei uns nicht. Auch Informatik- oder Programmierkurse finden nicht statt. Deshalb finde ich es so toll, dass es den Kindern außerhalb der Schule ermöglicht wird, erste Schritte im Codieren machen zu können oder digitale Geräte kennenzulernen und damit zu experimentieren. Die Kinder gehen sehr unbefangen mit den Technologien der digitalen Werkstatt um.

Was haben Sie persönlich durch den Besuch des GoodLabs gelernt?

Durch meine frühere Tätigkeit im Webdesign ist mir die digitale Welt geläufig. Aber im digitalen Bereich muss man permanent auf dem laufenden sein, so habe ich Programme für den T-Shirtdruck kennengelernt oder den Umgang mit einem 3-D-Drucker. Das finde ich sehr spannend. Diese Begeisterung möchte ich an die Kinder weitergeben.

Wie reagieren die Eltern auf die Besuche im GoodLab?

Sie sind sehr positiv eingestellt. Ihnen ist es wichtig, dass ihre Kinder gefordert werden und an möglichst vielen innovativen Angeboten teilnehmen. Was die Themen Umwelt- und Klimaschutz angeht, sensibilisieren sie ihre Kinder sowieso schon von Haus aus dafür.

Anne Schaar

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