11. August 2022

Interview: Mülltrennung mit Minirobotern – Mit Spaß Nachhaltigkeit lernen

Lernen lässt sich nicht nur im Klassenraum. Julia Esch, Lehrerin an der Jane-Goodall-Grundschule, besucht mit ihren Schulklassen regelmäßig das GoodLab in Berlin-Kreuzberg. Dort erlebt sie, wie Kinder mit moderner Technik zu begeisterten Tüftlern werden.

Wie sind Sie auf das GoodLab aufmerksam geworden?

Ich habe vor rund einem Jahr durch ein Rundschreiben unserer Schule von den kostenlosen Projekttagen im GoodLab erfahren und fand die Idee, die dahinter steckt, sehr spannend. Meine Schüler:innen beschäftigen sich viel mit dem Thema Nachhaltigkeit und bringen bereits großes Vorwissen mit. Die Möglichkeit, Nachhaltigkeit mit moderner Technik zu verbinden, können sie spielerisch und mit großem Spaß im GoodLab erleben.

Mit welchen Klassenstufen haben Sie das GoodLab schon besucht?

Mit Kindern der sechsten Klasse. Zuletzt war ich sogar mit den Schüler:innen der zweiten Klassenstufe zu Gast. Das GoodLab-Team hat uns auch schon einmal in unserer Schule besucht und hat dort mit den Kindern getüftelt. Allen hat es sehr viel Spaß gemacht!

Was erleben die Schulkinder in der Tüftelwerkstatt des GoodLabs?

Den Kindern werden unterschiedliche, altersgerechte Projekte angeboten, die alle etwas mit Nachhaltigkeit, Technik und Informatik zu tun haben. Das Schöne ist, das der gesamte Ablauf und die Lerninhalte des Workshops komplett von den Mitarbeiter:innen vorbereitet werden. Rund drei Stunden lang arbeiten die Kinder an ihrem Projekt. Dabei werden sie von den GoodLab Mentor:innen die ganze Zeit über unterstützt.

Wie nehmen Sie die Projekttage als Lehrerin wahr?

Ich nutze diese Zeit, um meine Schüler:innen bei ihrer Arbeit zu beobachten. Manche von ihnen lerne ich dabei von einer ganz anderen Seite kennen.

STATEMENT

„Alle Schüler:innen sind total begeistert. Es ist einfach unglaublich spannend für sie, so intensiv mit technischen Geräten zu arbeiten. Die Kinder sind dadurch viel motivierter, die Aufgaben zu bearbeiten.“

Julia Esch
Jane-Goodall-Grundschule

Welche nachhaltigen Aufgaben haben Ihre Schüler:innen bereits gelöst?

Die Kinder aus meiner zweiten Klasse haben in kleinen Gruppen ein Stop Motion Video zum Thema Klimawandel gedreht. In einem anderen Projekt wurde ihnen das Thema Mülltrennung näher gebracht. Sie haben dabei gelernt, wie man Mini-Roboter so programmieren kann, dass diese auf bestimmte Farben und Linien auf dem Papier reagieren und sich von einer Seite zur anderen bewegen lassen. Die Sechstklässler hatten die Aufgabe, mithilfe eines speziellen technischen Gerätes, dem Calliope-Mikrocontroller, eine Umfrage zum Thema Fahrradfahren an der Schule zu entwickeln.

Wie gefällt es den Schüler:innen im GoodLab?

Sehr gut! Alle Schüler:innen sind total begeistert. Es ist einfach unglaublich spannend für sie, so intensiv mit technischen Geräten zu arbeiten. Die Kinder sind dadurch viel motivierter, die Aufgaben zu bearbeiten. Durch die Nutzung von Tablet und Smartphone kommt eine ganz andere Konzentration zustande, weil sich die Schüler:innen intensiv mit den Techniken auseinandersetzen müssen.

Setzen Sie digitale Geräte auch in Ihrem Unterricht ein?

Wir haben in der Schule Laptops, die wir versuchen, in den Unterricht mit einzubeziehen. In der dritten und vierten Klasse bekommen die Kinder eine Einführung, wie man mit dem Laptop umgeht. Außerdem lernen sie mit der Anton-App, eine Lern-App, die die Kinder auch zuhause nutzen können.

STATEMENT

Ich hatte während meines gesamten Studiums nur ein einziges Seminar zum Thema Mediennutzung. Das war viel zu wenig. Was alles möglich ist, welche Programme es gibt und wie man diese für den Unterricht nutzt, habe ich nicht kennengelernt. Das finde ich schade.“

Julia Esch
Jane-Goodall-Grundschule

Was haben Sie persönlich aus den Workshops im GoodLab mitgenommen?

Das Calliope-Programm hat mir sehr gut gefallen. Das kannte ich vorher nicht. Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass uns das Programm auch an der Schule zur Verfügung steht. Außerdem ist mir aufgefallen, dass Kinder viel mehr mit technischen Hilfsmitteln machen können, als ich dachte. Viele Materialien sind bereits für Kinder vorhanden und es gibt durchaus Technik, die so gestaltet ist, dass sie auch für Kinder gut verständlich ist.

Können Sie Nachhaltigkeitsprojekte unter Einbindung digitaler Werkzeuge auch an Ihre Schule bringen oder existiert das bereits?

Unsere Schule ist auf Naturwissenschaften spezialisiert und das Thema Nachhaltigkeit spielt daher eine große Rolle. Wir haben die Themen aber noch nicht mit Technik und Informatik kombiniert.

Woran liegt das?

Es mangelt zum einen an der technischen Ausstattung. Wir können nicht jedem Kind ein Laptop oder ein Smartphone zur Verfügung stellen. Zum anderen kann man sich auch nicht immer darauf verlassen, dass das Internet reibungslos funktioniert.

Wurden Sie im Studium ausreichend auf die Vermittlung digitaler Unterrichtsmethoden vorbereitet oder gibt es Nachholbedarf an dieser Stelle?

Ich hatte während meines gesamten Studiums nur ein einziges Seminar zum Thema Mediennutzung. Das war viel zu wenig. Was alles möglich ist, welche Programme es gibt und wie man diese für den Unterricht nutzt, habe ich nicht kennengelernt. Das finde ich schade. Das Calliope-Programm hätte ich beispielsweise nicht so einfach mit den Kindern durchführen können. Da braucht man schon eine Einführung von geschulten Fachleuten.

Julia Esch

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