6. Februar 2023

»Man hat generell nicht viel mit Kindern gesprochen«

Wir treffen uns via Zoom. Ich bin ziemlich nervös, denn ich habe selten die Gelegenheit, mit einem Kind so ausführlich zu reden. Jari sitzt im Wohnzimmer, wahrscheinlich am heimischen PC der Familie. Am liebsten hätten wir uns live getroffen, aber aus gesundheitlichen Gründen ging das leider nicht. Ob Jari auch nervös ist? Zumindest merkt man es ihm nicht an.

JARI (9) aus Berlin im Gespräch
mit RAUL KRAUTHAUSEN

Raul Krauthausen ist Inklusions-Aktivist, Gründer des Vereins Sozialhelden und Talk-Moderator auf Sport1. Er hält regelmäßig Vorträge zu den Themen Inklusion, Vielfalt und gesellschaftliches Zusammenleben.

RAUL KRAUTHAUSEN Wenn du dir einen Ort aussuchen könntest, an dem wir jetzt wären, wo wärst du am liebsten?

JARI Mein Lieblingsort wäre bei mir zu Hause.

Okay, da sind wir ja schon.

Oder im Bürgerpark hier in Marzahn. Da gibt es Skate-Rampen, da gibt es sehr viele Spielplätze, da gibt es das Kinderbad Platsch, wo man schwimmen kann.

Und, skatest du?

Ja.

Kannst du schon irgendwelche Tricks?

Nee.

Erzähl mir doch mal, was ist für dich in der Corona-Zeit am schwersten gewesen?

Der Corona-Lockdown, weil da hatte ich Schwierigkeiten beim Lernen. Weil ich finde, dass Lehrer das besser erklären können als Eltern, wenn ich mal was nicht verstehe.

Ich finde es leichter, in der Schule zu arbeiten als zu Hause.

Jari

Deshalb finde ich es leichter, in der Schule zu arbeiten als zu Hause.

Waren denn die Lehrer gar nicht verfügbar, auch nicht online?

Doch, schon, die haben gefragt, ob alles okay ist. Aber manche Aufgaben waren schwer.

Ich habe es auch immer gehasst, mit meinen Eltern zu lernen, weil die einfach nicht so geduldig waren. Oder was war bei dir das Problem?

Manchmal, wenn ich was nicht verstanden habe, wussten sie mir auch nicht zu helfen. Sie haben es probiert, mir zu erklären, haben es aber nicht geschafft.

Was sind denn deine Lieblingsfächer?

Sport und Deutsch.

Wie hat man denn Sport in der Corona-Pandemie gemacht?

Eigentlich gar nicht.

Gar nicht? Obwohl du gerne skaten gehst?

Ja. Und ich spiele Fußball, in der Mannschaft.

Kinder sind manchmal die besseren Erwachsenen. Aber Kinder wissen auch so viel mehr als wir ihnen meist zutrauen. Sie haben ein dringliches und ehrliches Gespür für Gerechtigkeit, Umweltschutz & Frieden.

Raul Krauthausen

Wie oft trainierst du?

Zweimal pro Woche.

Wie lange spielst du denn schon im Verein Fußball?

Drei Jahre.

Trainierst du auch mit deinen Freunden, wenn gerade der Verein zu ist?

Ja, wenn ich von der Schule komme, rufe ich meine Freunde an, ob die Zeit haben. Wenn sie Zeit haben, gehe ich Fußball spielen.

Als die Schule zu war, konntest du auch deine Freunde in der Freizeit nicht sehen oder habt ihr euch heimlich getroffen?

Wir konnten uns nicht sehen. Das fand ich nicht so schön, weil ich sehr gerne mit Freunden rausgehe. Das hat mir halt gefehlt.

Ich gehe sehr gerne mit Freunden raus. Das hat mir gefehlt.

Jari

Als ihr dann aber wieder angefangen habt zu trainieren, gab es irgendwelche Maßnahmen, die ihr wegen Corona anders gemacht habt?

Ja, Abstand halten. Und wir haben kleinere Gruppen gemacht.

Das hat ja auch manchmal Vorteile, wenn das alles nicht so groß ist und so viel. Oder magst du es lieber voll?

Kommt drauf an, was wir machen. Beim Spiel finde ich es besser, wenn es zwei Mannschaften gibt, aber beim Training ist besser, wenn es kleinere Gruppen sind. Wenn mal jemand stört, müssen alle Liegestütze machen oder alle eine Runde laufen.

Welche Gruppe ist dir angenehmer, deine Schulklasse oder deine Sportmannschaft?

Meine Sportmannschaft. Da ist es ruhiger als in der Schule. Die Klasse ist immer laut und das ist beim Fußball nicht so.

Was machst du, wenn es dir in der Klasse zu laut ist?

Einfach ruhig sitzenbleiben, weil dann sagt der Lehrer oder die Lehrerin noch was.

Ich habe gelesen, dass du Klassensprecher bist.

Ja. Mein Freund ist auch Klassensprecher.

Was macht man denn als Klassensprecher?

Dann lösen wir Streite oder müssen mal zur Klassensprecherkonferenz. Wenn die Schüler aus unserer Klasse Sachen in der Schule nicht so schön finden, dann sagen sie uns das und wir nehmen das mit in die Konferenz.

Und hast du das Gefühl, das bringt der Klasse was? Oder machen die Erwachsenen eh, was die wollen?

Weiß ich nicht.

Aber wenn du Streit schlichtest, dann hilft das ja vielleicht, oder?

Ja.

Das vollständige Interview mit JARI lesen Sie hier ab Seite 134/135.

Credit
Anna Spindelndreier

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