24. Januar 2023

»Man muss den Erwachsenen zeigen, dass man es ernst meint«

Noralie hat lange, lockige Haare und macht gerne Späße. Ich kenne ihre Familie schon von zwei Drehs und wir haben uns gut angefreundet. Am Abend vor dem Interview springen wir auf ihrem Trampolin herum und essen Nudeln mit Tomatensauce. Ich darf die Nacht im Wohnwagen der Familie verbringen. Am nächsten Tag gehen wir in den Optikpark in Rathenow. Wir holen uns ein Eis, machen noch ein Wettrennen um einen Baum und dann legen wir los.

NORALIE (9) aus Rathenow in Brandenburg
im Gespräch mit JULIAN JANSSEN

Julian Janssen ist Moderator von Checker Julian,
einer Wissenssendung für Kinder, die auf KiKA läuft.

JULIAN JANSSEN Noralie, wo findet man dich am häufigsten, wenn du fröhlich bist? Hier sind wir ja zum Beispiel auf dem Spielplatz.

NORALIE Ja, aber in der Wohnung ist es tatsächlich vorm Fernseher. Oder in meinem Zimmer, halt bei meinen Schleich-Pferden oder am Schreibtisch. Oder auf meinem Bett, wenn ich Hörbuch höre.

Wenn du weiter an zu Hause denkst, was macht dich daran glücklich?

Ich finde es richtig schön, dass unsere Eltern so viel für uns tun, dass die sich ganz viel Mühe geben, dass wir es schön haben. Zu meinem Geburtstag haben sie mir mein Zimmer umgebaut und zu Nariks Geburtstag auch. Da ist jetzt die Meerestapete dran.

Stimmt, das habe ich gesehen. Das sah echt richtig cool aus. Aber das sind ja besondere Aktionen. Was findest du denn wichtig, was Eltern im ganz normalen Alltag für die Kinder machen?

Sie sind für ihre Kinder da, sie kümmern sich um ihre Kinder, das finde ich ganz toll.

Hast du das Gefühl, das machen die meisten Eltern oder ist das bei dir was Besonderes?

Machen die meisten Eltern eigentlich. Aber Papas Eltern leider nicht. Der kam mit zehn ins Kinderheim.

Glaubst du, der Papa macht deswegen bestimmte Sachen so, wie er sie macht?

Also, er ist auch ganz viel für uns da. Was ich schade finde, dass er halt fast jeden Tag arbeiten ist, und wir haben Montag, Dienstag und Freitag fast gar nichts von ihm, weil ich ja dann auch in der Schule bin, und nachmittags ist er erst zum Abendbrot da.

Ich glaube, das geht ganz vielen Kindern so, dass die ihren Papa oder ihre Mama, wenn die viel arbeiten, nicht so richtig sehen. Hättest du eine Idee, wie man das besser machen kann?

Mhm.

Schwierig, ne?

Ja.

Okay. Wo findet man dich am häufigsten, wenn du traurig bist?

Traurig oder bockig?

Du kannst beides beantworten oder was du lieber beantwortest.

Wenn ich traurig bin, liege ich meistens auf meinem Bett und kuschele mit meinen Kuscheltieren. Wenn ich sauer bin, dann kann es schon mal passieren, dass ich mich in mein Zimmer verziehe und dann dreimal ganz doll hüpfe.

Echt? Wieso machst du das?

Mit richtig Wucht, weil meistens ärgere ich mich so ein bisschen über Mama und Papa und ich weiß genau, dass sie das nicht mögen. Mit extra viel Wucht.

Kinder sind unsere Zukunft, eh klar! Aber Kinder wissen auch so viel mehr als wir ihnen meist zutrauen. Sie haben ein dringliches und ehrliches Gespür für Gerechtigkeit, Umweltschutz & Frieden. Kinder sind manchmal die besseren Erwachsenen.

Julian Janssen

Hättest du vielleicht einen Tipp an andere Kinder, was die machen können, wenn die traurig sind?

An schöne Sachen denken, sich vielleicht einfach mal ein Elternteil schnappen und drüber reden.

Finde ich gut. Ich weiß ja schon einiges über dich, zum Beispiel, dass du die Anführerin einer Superhelden-Gruppe bist, die »Stinknormalen Superhelden«. Davon musst du mal erzählen. Zuerst würde ich gerne noch mal deinen Superheldennamen erfahren, wenn du deine geheime Identität verraten kannst.

Schatzipop.

Cool. Kannst du mir noch mal kurz erklären, was die stinknormalen Superhelden so machen?

Auf der ganzen Welt verteilt leben ja stinknormale Superhelden und wir sorgen  dafür, dass in der Umwelt nicht so viel Müll ist. Wir räumen die Natur auf. Und wir helfen anderen Kindern zum Beispiel. Es gab mal ein schwerbehindertes Mädchen und da haben wir Geld, also Spenden gesammelt, damit ihr geholfen werden kann.

Wie habt ihr die gesammelt?

Da war ich fünf oder sechs. Wir haben eine große Aktion gemacht und auch genug Geld zusammenbekommen. Das Mädchen war  im Rollstuhl und der konnte dann geholfen werden.

Was war das für ein Gefühl?

Es ist schön, wenn man dann denken kann: Geschafft, jetzt wird es dem Menschen bald hoffentlich besser gehen.

Das vollständige Interviw mit NORALIE lesen Sie hier ab Seite 12/13.

Credit
Inés Peyser-Kreis

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